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Rechtsschutz für Eigentümer?Dafür haben wir jemanden!Johannes Janson und Monika Wildner-Jadghuber, Haus & Grund Mitglieder seit 2002» Eigentümer-Rechtsschutz
Bundestagswahl 2017Positionen der Parteien» CDU, SPD, FDP, Grüne und Linke im Überblick

Parteien zur Wahl (2)

Die Klimaschutzziele der Bundesregierung sehen einen klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050 vor. Eigentümer befürchten, dass immer höhere Anforderungen gestellt werden. Welche Anreize plant Ihre Partei, um energetische Sanierung für Eigentümer und insbesondere Vermieter attraktiv zu machen?

Volkmar Vogel MdB CDU
„Der Ge­bäu­de­be­stand ist der Schlüs­sel zum Er­folg beim Kli­ma­schutz im Ge­bäu­de­sek­tor. Je­doch wol­len wir auch hier die Grund­sät­ze der Frei­wil­lig­keit, der Wirt­schaft­lich­keit und der Tech­no­lo­gie­of­fen­heit be­wah­ren. Da­her brau­chen wir wirk­sa­me An­rei­ze für ef­fi­zi­en­te und frei­wil­li­ge Sa­nie­rungs­in­ves­ti­tio­nen. Dazu muss das be­ste­hen­de gute CO2- Ge­bäu­de­sa­nie­rungs­pro­gramm mit sei­nen zins­güns­ti­gen Dar­le­hen und Zu­schüs­sen durch eine steu­er­li­che Kom­po­nen­te er­gänzt wer­den.“

Bernd Westphal MdB SPD
„Die en­er­ge­ti­sche Sa­nie­rung muss stär­ker auf die spe­zi­fi­schen Ei­gen­schaf­ten der Ge­bäu­de aus­ge­rich­tet wer­den. Das soft­ware­ge­stütz­te In­stru­ment des in­di­vi­du­el­len Sa­nie­rungs­fahr­plans un­ter­stützt die­sen Pro­zess. Wir wer­den En­er­gie­be­ra­tun­gen wei­ter för­dern und so­wohl die Aus­bil­dung als auch den Kreis der En­er­gie­be­ra­ter wei­ter­ent­wi­ckeln. Den Aus­tausch ver­al­te­ter Hei­zungs­tech­nik durch mo­der­ne ef­fi­zi­en­te Ge­rä­te so­wie den An­schluss an ef­fi­zi­en­te Wär­me­netz­sys­te­me wer­den wir prio­ri­tär för­dern. Da­bei set­zen wir auf Strom und Gas­an­la­gen so­wie Brenn­stoff­zel­len, um In­ves­ti­tio­nen an zu­künf­ti­ge An­for­de­run­gen ei­nes kli­ma­neu­tra­len Ge­bäu­de­be­stan­des aus­zu­rich­ten.“

Caren Lay MdB DIE LINKE
„DIE LIN­KE will die KfW-För­der­mit­tel für die en­er­ge­ti­sche Sa­nie­rung auf min­des­tens fünf Mil­li­ar­den Euro pro Jahr er­hö­hen und die För­de­rung ent­bü­ro­kra­ti­sie­ren. Dar­auf soll ein Rechts­an­spruch für Ei­gen­tü­mer wie auch für Mie­te­rin­nen und Mie­ter be­ste­hen. Für Ei­gen­tü­mer sol­len auch steu­er­li­che An­rei­ze ge­schaf­fen wer­den. Bei Miet­woh­nun­gen soll Ziel der För­de­rung die Warm­mie­ten­neu­tra­li­tät für die Mie­te­rin­nen und Mie­ter der sa­nier­ten Woh­nun­gen sein. Das wür­de die Ak­zep­tanz der Maß­nah­men deut­lich er­hö­ren.“

Chris Kühn MdB Bündnis 90/Die Grünen
„Wir wol­len um­fas­sen­de An­rei­ze für fai­re Wär­me auf den Weg brin­gen: zwei Mil­li­ar­den Euro jähr­lich für die Sa­nie­rung gan­zer Wohn­vier­tel, be­zahl­bar auch für Haus­hal­te mit ge­rin­gem Ein­kom­men, ei­nen Steu­er­bo­nus für selbst­nut­zen­de Ei­gen­tü­mer, die ihre Ge­bäu­de en­er­ge­tisch mo­der­ni­sie­ren, kom­mu­na­le Wär­me­pla­nung mit Zu­schüs­sen und güns­ti­gen Kre­di­ten för­dern, da­mit ge­mein­schaft­li­che Lö­sun­gen und Nah­wär­me vor­an­kom­men, öko­lo­gi­sche Bau- und Dämm­stof­fe und An­la­gen für er­neu­er­ba­re Wär­me un­ter­stüt­zen.“

Frank Sitta, FDP-Präsidium
„Wir set­zen auf markt­wirt­schaft­li­che An­rei­ze statt po­li­ti­sche Be­vor­mun­dung. So wol­len wir be­fris­te­te steu­er­li­che An­rei­ze zur en­er­ge­ti­schen Sa­nie­rung schaf­fen und die EnEV und das EE­Wär­meG ent­bü­ro­kra­ti­sie­ren. Wich­tig ist auch, dass Ei­gen­tü­mer ihre In­ves­ti­tio­nen über Mie­ten amor­ti­sie­ren kön­nen. Als zen­tra­les markt­wirt­schaft­li­ches Steue­rungs­in­stru­ment für den Kli­ma­schutz se­hen wir den Emis­si­ons­han­del, den wir auf EU-Ebe­ne stär­ken und auf wei­te­re Sek­to­ren (zum Bei­spiel Woh­nen) aus­deh­nen wol­len.“

 

Die Baukostensenkungskommission hat bereits im November 2015 ihren Bericht vorgelegt. Bisher hat sich nichts getan! Welche konkreten Schritte hat Ihre Partei vor: Wann sollen welche Empfehlungen der Kommission umgesetzt werden?

Volkmar Vogel MdB CDU
„Die Emp­feh­lun­gen der Bau­kos­ten­sen­kungs­kom­mis­si­on rich­ten sich an Bund, Län­der, Kom­mu­nen, Bau­wirt­schaft und Ar­chi­tek­ten – aber auch an die Bau­her­ren selbst. Ich hät­te mir ge­wünscht, dass die Um­set­zung der Emp­feh­lun­gen auf Bun­des­ebe­ne durch das Bau­mi­nis­te­ri­um deut­lich sicht­ba­rer ge­schieht als bis­her. Auch wenn eine ech­te Kos­ten­sen­kung in wei­ten Tei­len nicht zu er­hof­fen ist, so muss doch zu­min­dest die künf­ti­ge Stei­ge­rung von Bau­kos­ten be­grenzt blei­ben.“

Michael Groß MdB SPD
„Nor­men, Stan­dards und Vor­schrif­ten ge­hö­ren auf den Prüf­stand. Mit ei­ner an den Zie­len der Stadt­ent­wick­lung ori­en­tier­ten Bo­den­po­li­tik muss Bau­land ak­ti­viert wer­den. Mit al­ter­na­ti­ven nach­hal­ti­gen Bau­stof­fen sen­ken wir die Ent­sor­gungs­kos­ten. Bau­ver­fah­ren soll­ten sich stär­ker an Wie­der­ver­wen­dung und Re­cy­cling­fä­hig­keit ori­en­tie­ren. Die Ge­bäu­de­sa­nie­rung muss quar­tiers­be­zo­gen er­fol­gen, um ef­fek­ti­ver en­er­ge­tisch sa­nie­ren und Kos­ten sen­ken zu kön­nen. Hier­für ist eine ak­ti­ve För­der­po­li­tik, eine Kon­zen­tra­ti­on auf Pro­gram­me mit ho­her Brei­ten­wir­kung so­wie eine bes­se­re Ver­zah­nung der Pro­gramm­land­schaft not­wen­dig.“

Caren Lay MdB DIE LINKE
„Es ist über­aus be­dau­er­lich, dass erst so we­ni­ge Vor­schlä­ge der Kom­mis­si­on um­ge­setzt wur­den. Wir brau­chen mehr Tem­po! Die steu­er­li­chen Hemm­nis­se für Woh­nungs­un­ter­neh­men beim Be­trieb von So­lar­an­la­gen hät­ten längst schon be­sei­tigt wer­den kön­nen. Das muss schnellst­mög­lich um­ge­setzt wer­den! Die Lan­des­bau­ord­nun­gen müs­sen end­lich ein­an­der und an die Mus­ter­bau­ord­nung an­ge­gli­chen wer­den, eben­so die Be­stim­mun­gen der so­zia­len Wohn­raum­för­de­rung, um in­dus­tri­el­le Bau­wei­sen im gan­zen Land ein­set­zen zu kön­nen.“

Chris Kühn MdB Bündnis 90/Die Grünen
„Dass die neu­en ur­ba­nen Ge­bie­te im Bau­recht eine dop­pelt so dich­te Be­bau­ung er­mög­li­chen, ha­ben wir mit un­ter­stützt. Eine Stadt der kur­zen Wege spart Grund­stücks­kos­ten, stärkt die Nah­ver­sor­gung und schützt die Um­welt, das kommt güns­ti­ger als per­spek­tiv­lo­se Zer­sie­de­lung. Wir wol­len Lie­gen­schaf­ten des Bun­des ver­güns­tigt ab­ge­ben zu­guns­ten le­bens­wer­ter bun­ter Quar­tie­re und die Mus­ter­bau­ord­nung mo­der­ni­sie­ren. Das Pro­gramm „Al­ters­ge­recht um­bau­en“ er­hö­hen wir be­darfs­ge­recht auf 100 Mil­lio­nen Euro.“

Frank Sitta, FDP-Präsidium
„Wir wol­len die vie­len Brem­sen beim Woh­nungs­bau lö­sen und In­ves­ti­ti­ons­an­rei­ze schaf­fen. Kon­kret möch­ten wir die Miet­preis­brem­se ab­schaf­fen, die In­ves­ti­tio­nen ver­hin­dert. Um zu­sätz­li­che In­ves­ti­ti­ons­an­rei­ze zu schaf­fen, soll die jähr­li­che Ab­schrei­bungs­ra­te für Ge­bäu­de von zwei auf drei Pro­zent er­höht wer­den. Au­ßer­dem wol­len wir ein ver­ein­fach­tes Bau­recht mit we­ni­ger Bü­ro­kra­tie und we­ni­ger Auf­la­gen und eine Zweck­bin­dung der Bun­des­mit­tel zur Woh­nungs­bau­för­de­rung.“

 

Das sagt Haus & Grund-Präsident Warnecke zu den Positionen zur Klimapolitik:

"Eine Energie- und Klimapolitik mit Augenmaß muss die Menschen mitnehmen. In erster Linie heißt das, dass die Ziele für jedermann einleuchtend, die Lastenverteilung fair und der Weg offen sein muss. Das schließt Zwang genauso wie die Festlegung auf bestimmte Technologien aus. Der von der Bundesregierung vorgelegte Klimaschutzplan trägt leider sehr stark planwirtschaftliche Züge, weil er das zukünftige Leben der Menschen detailliert regeln möchte. Die neue Bundesregierung muss hier dringend nachbessern.“
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Deutschland vor der Wahl – Eigentümer vor der Wahl

Am 24. Sep­tem­ber 2017 fin­det die Wahl zum 19. Deut­schen Bun­des­tag statt. Wir ha­ben im Vor­feld ei­ni­ge Fra­gen zu The­men, die für pri­va­te Im­mo­bi­li­en­ei­gen­tü­mer be­son­ders in­ter­es­sant sind, an die Par­tei­en CDU, SPD, DIE LIN­KE, Bünd­nis 90/​Die Grü­nen und FDP ge­stellt. Heu­te geht es um den The­men­kom­plex

Klimaschutz und Energiepolitik

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